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Ein Surbsee, aber nur bei Regen

Bis Ende 2012 soll die Ebene zwischen Ehrendingen und Niederweningen auch ein Hochwasserrückhaltebecken werden (HWRB). Wer die Verlegung der Kanalisation bezahlt, ist noch ein Streitpunkt.

Die Ebene Ried zwischen dem Bucher-Guyer-Areal und Tiefenwaag wird zum Speicherbecken. Dazu soll ein Damm aufgeschüttet werden. Er wird circa 130 m lang und wird etwa 5,5 m über das gewachsene Terrain hinausragen und damit knapp über dem Niveau der Strasse liegen. Bei einer Stauhöhe von 4 m entsteht ein Volumen von ungefähr 140 000 m 3. In vorderen Teil wird das Becken durchschnittlich fünfmal pro Jahr überflutet. Dieses Gebiet hat der Kanton bei der Güterregulierung übernommen. Bei einem 100-Jahr-Hochwasser werden rund 30 m 3 Wasser pro Sekunde (m 3/s) in das Becken fliessen. Damit wird der Abfluss auf 18,5 m 3/s gedrosselt. Das Becken dürfte rund 5,59 Millionen Franken kosten. Ehrendingen muss sich weder an Erstellungs- noch an Betriebskosten beteiligen. «In unserem Gemeindegebiet gibt es kein Schadenpotenzial», sagt Vizeammann Viktor Zimmermann.

Wer zahlt die Kanalisation?

Die Gemeinden des Wehntals sind der Abwasserreinigungsanlage Oberes Surbtal in Ehrendingen angeschlossen. Die Kanalisationsleitung von Niederweningen nach Ehrendingen führt durch das Ried. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Leitung in einer Zone liegt, die durch den Wechsel von Überfluten und Austrocknen instabil zu werden droht. Zudem ist sie nicht mehr im besten Zustand. Sie soll in stabileres Erdreich verlegt werden. Das kostet rund 800 000 Franken. Wer bezahlt, ist noch umstritten. Der Kanton als Bauherr des HWRB stelle sich auf den Standpunkt, das sei mehrheitlich Sache des Abwasserverbands. Der Verband bzw. die Gemeinden seien der Ansicht, der Kanton als Verursacher der Verlegung sei für die Finanzierung verantwortlich, ergänzt Zimmermann.

Projekt muss in den richtplan

Die rechtliche Voraussetzung für die Anlage ist deren Aufnahme in den Richtplan. Momentan läuft das Mitwirkungsverfahren. Voraussichtlich Ende 2009 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Beim Hochwasserschutz im Wehntal und im Surbtal haben die Kantone Aargau und Zürich gemeinsam eine Lösung erarbeitet. Dabei zeigte sich, dass die Variante mit den Becken Ried und Chilwies (Lengnau) ein besseres Kosten-Nutz-Verhältnis aufweist als diejenige mit einem Becken in Niederweningen. Die Gesamtkosten liegen bei 13,4 Millionen Franken. Der Bund übernimmt davon 35%, den Rest teilen sich Kanton und Gemeinden.

Der Hochwasserschutz in Ehrendingen ist Teil der Hochwasserschutzplanung Surbtal, wird aber gesondert behandelt. Betroffen sind: Wannenwiesbach, Schürbach, Aegertenbach, Kartenbach, Gipsbach, Moosbach und Surenbach. Einige sind kleine Rinnsale, die nur Wasser führen, wenn es einige Wochen regnet. Die Kosten werden auf 1,98 Millionen Franken geschätzt. Auch daran werden Bund und Kanton Beiträge leisten. Ehrendingen muss voraussichtlich 708 000 Franken bezahlen. Für jedes Gewässer existiert ein Vorprojekt. Beim Kreisel Niedermatt ist die Projektierung im Gange. «Die weiteren Sanierungen werden wir erst projektieren, wenn die Gemeinde die Kredite genehmigt hat», sagt Zimmermann. Die Reihenfolge werde durch das Gefährdungspotenzial bestimmt. Das Regenbecken Tiefenwaag wird zusammen mit den Kreiseln Tiefenwaag erstellt. Aufgrund der Submission wurde der Auftrag für die 2. Phase der Arge Obrist AG, Stocker AG, Wallbach, und Umbricht AG, Turgi, erteilt.

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